NADA PERIODE
NACH DER ABSTRAKTION
(1957 - 1962)

Die völlig unbekannte NADA- PERIODE von Erich Wilker muss heute als das eigentliche Frühwerk der Post- Moderne genannt werden. So gab es viele Jahrzehnte vor der heute populären Post- Moderne bereits einen jungen Künstler, der, verborgen und im Stillen, viele Varianten der Post- Moderne um Jahrzehnte vorweg genommen hat.
Er selbst hatte dieses Frühwerk nie ausgestellt, weil es für ihn noch nicht die gesuchte, grundlegende Neuheit hatte.
Foto links: Erich Wilker ca.1952 mit seiner Liebe und Ehefrau
Gisela Wilker, geb. Grimm
Die NADA- PERIODE wird hier erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Periode steht ganz im Zeichen seiner künstlerischen Findung. Als Motiv findet sich durchgängig seine bildschöne, warmherzige Ehefrau Gisela, geb. Grimm. In fast jedem Werk steht der weibliche Körper im Zentrum einer positiven, harmonischen Darstellung.
Vielleicht ist es eines der schönsten und anmutigsten Frühwerke Post- Moderner Bildkunst nach 1945. Die Besonderheit ist die schlichte, offene und warmherzige Umarmung, die in fast jeder Arbeit ihren Ausdruck findet. Stilistisch sind es die ersten Versuche, nach der Abstraktion einen Weg zurück zur Wirklichkeit zu finden.
In späteren Jahren hat sich Erich Wilker mehrfach sehr abwertend über die Monumentalwerke heutiger Kunstbarone geäußert, an deren Werk inhaltlich nichts wirklich neu sei. Ein Bild „auf den Kopf “ ist keine Leistung, sondern ein offensichtlicher Mangel an Bemühung um Wirklichkeit. Erich Wilker betrachtete sein Bemühen als der Wissenschaft ähnlich, formulierte 1970 drei Grundsätze, nach denen er Kunst bewertet:

1.
Subjektive Kunst
Ideologische, religiöse u.a. Kunst
2. Relative Kunst
Indifferente, reflexive Kunst
3.
Objektive Kunst
Analytische, nach historischen,
philosophischen, psychologischen,
soziologischen u. ökonomischen
Ursächlichkeit bestimmte Kunst.
Foto: Erich Wilker ca.1960 im Atelier in Köln-Nippes,
fotografiert vom Sohn Andreas
Ein neues „ABC“ der Wirklichkeit
Erich Wilkers NADA- PERIODE hat immer einen Dialog zur Wirklichkeit. Er abstrahiert Menschen nicht zur Ungegenständlichkeit, er beschreibt vornehmlich über den weiblichen Akt seine Suche nach Wirklichkeit und Ausdruck seiner Selbstfindung. Anstelle der Perspektive des Naturraumes setzt er hier bereits, noch unbewusst, gedachte Wirklichkeit.
Öffnen Sie sich diesem einzigartigem, anmutigem Frühwerk der Post-Moderne nach der Abstraktion. Für Erich Wilker war das eine erste, bewusste Reduktion zu einer neuen Wirklichkeit in der Bildkunst. Ihn interessierten weniger ästhetische, malerische Raffinessen oder monumentale Formate. Ihm ging es einzig um eine grundlegend neue Bild-Sprache, oder wie er selbst später mehrfach zum Ausdruck brachte, um ein neues „ABC“ von Wirklichkeit in der Bildkunst.
Erich Wilker forderte später ein "menschliches" Arbeitsformat als Arbeitsgrundlage, im Gegensatz zu neuromantischer, klein- bürgerlicher, nachproletarischer Gigantonomie heutiger Kunstbarone. So schrieb er 1975 über die meisten Erscheinungen der Kunstmarkt- Kunst, dass sie bis nach Beuys - die Phase der Restauration bewusstseinsmäßig nicht überwunden habe - und im Gegensatz zu dieser ihnen fremden politisch- und ökonomischen Konstellation begründet sei und sich erschöpfe. Er sah in dem Nominell Progressiven das eigentliche etablier- und emanzipierbesessene Spießertum seiner Zeit. Die Blasierten und Unkonzentrierten, die Opportunisten, die von einem überholten methodischen Denken programmiert sind.
Erst nach seinem Tod wurde das stark beschädigte Frühwerk im Nachlass von Sohn Andreas entdeckt und gesichert. Jede Arbeit entpuppt sich heute als eine einzigartige Fundgrube früher Post- Moderner Bildkunst. Ohne jemals laut oder dekorativ zu werden. Immer im kunsthistorischem Dialog und dem Bemühen, nach der Abstraktion des Naturraumes von Cézanne und Picasso einen neuen Weg zur Wirklichkeit zu finden.
Mit der folgenden
KONZEPT-
PERIODE ab 1964 findet Erich Wilker eine Bildsprache, Wirklichkeit neu darzustellen.

