NADA PERIODE

NACH DER ABSTRAKTION  (1957 - 1962)


Die völlig unbekannte NADA-PERIODE von Erich Wilker muss heute als das eigentliche Frühwerk der Post- Moderne genannt werden. So gab es viele Jahrzehnte vor der heute populären Post-Moderne einen jungen Künstler, der, verborgen und im Stillen, viele Varianten der bekannten aktuellen Post- Moderne um Jahrzehnte vorweg genommen hat. Er selbst hatte dieses Frühwerk nie ausgestellt, weil es für ihn noch nicht die gesuchte Originalität und Neuheit hatte.
Diese
NADA- PERIODE wird hier erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

In späteren Jahren hat sich Erich Wilker mehrfach sehr abwertend über die Monumentalwerke heutiger Kunstbarone geäußert, an deren Werk inhaltlich nichts wirklich neu sei. Ein Bild „auf den Kopf “ ist keine Leistung, sondern ein offensichtlicher Mangel an Bemühung um Wirklichkeit. Erich Wilker betrachtete sein Bemühen als der Wissenschaft ähnlich, formulierte 1970 drei Grundsätze, nach denen er Kunst bewertet:


1. Subjektive Kunst

Ideologische, religiöse u.a. Kunst

2. Relative Kunst

Indifferente, reflexive Kunst

3. Objektive Kunst
Analytische, nach historischen,
philosophischen, psychologischen,
soziologischen u. ökonomischen
Ursächlichkeit bestimmte Kunst.




Foto: Erich Wilker ca.1960 im Atelier in Köln-Nippes, fotografiert vom Sohn Andreas

Ein neues „ABC“ der Wirklichkeit

Erich Wilkers NADA-PERIODE hat immer einen Dialog zur Wirklichkeit. Er abstrahiert Menschen nicht, er beschreibt vornehmlich über den weiblichen Akt seine Suche nach Wirklichkeit und Ausdruck seiner künstlerischen Selbstfindung. Grundsätzlich immer in höchster Würde und Schönheit. Anstelle der Perspektive des Naturraumes setzt er hier bereits, noch unbewusst, gedachte Wirklichkeit.


Öffnen Sie sich diesem einzigartigem und anmutigem Frühwerk der Post-Moderne nach der Abstraktion. Für Erich Wilker war das eine erste, bewusste Reduktion zu einer neuen Wirklichkeit in der Bildkunst. Ihn interessierten weniger ästhetische, malerische Raffinessen oder monumentale Formate. Ihm ging es einzig um eine grundlegend neue Bild-Sprache, oder wie er selbst später mehrfach zum Ausdruck brachte, um ein neues „ABC“ von Wirklichkeit in der Bildkunst.


Erich Wilker forderte ein "menschliches" Arbeitsformat als Arbeitsgrundlage, im Gegensatz zu neuromantischer, klein- bürgerlicher, nachproletarischer Gigantonomie heutiger Kunstbarone. So schrieb er 1975 über die meisten Erscheinungen der Kunstmarkt- Kunst, dass sie bis nach Beuys - die Phase der Restauration bewusstseinsmäßig nicht überwunden habe - und im Gegensatz zu dieser ihnen fremden politisch- und ökonomischen Konstellation begründet sei und sich erschöpfe. Er sah in dem Nominell Progressiven das eigentliche etablier- und emanzipierbesessene Spießertum seiner Zeit. Die Blasierten und Unkonzentrierten, die Opportunisten, die von einem überholten methodischen Denken programmiert sind.

Erst nach seinem Tod wurde das stark beschädigte Frühwerk im Nachlass von Sohn Andreas entdeckt und gesichert. Jede Arbeit entpuppt sich heute als eine einzigartige Fundgrube früher Post- Moderner Bildkunst. Ohne jemals laut oder dekorativ zu werden. Immer im kunsthistorischem Dialog und dem Bemühen, nach der Abstraktion des Naturraumes von Cézanne und Picasso einen neuen Weg zur Wirklichkeit zu finden. 

Mit der folgenden
KONZEPT- PERIODE ab 1964 findet Erich Wilker eine Bildsprache, Wirklichkeit neu darzustellen. 




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Abb. 1 - 2:  Erich Wilker NADA-Periode 1957 - 1962
Abb. 3 - 4: Textinfos  NADA-Periode 1957 - 1962, Frühwerk
Abb. 5 - 10:  Erich Wilker NADA-Periode 1957 - 1962
Abb. 11: Textinfos Erich Wilker
Abb. 12 - 15: Erich Wilker NADA-Periode 1957 - 1962